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Früchte der Hagebutte

Die Hagebutte (Rosa canina) – eine Frucht voller Vitamin C
Volksnamen: Heckenrose, Hundsrose, Hagedorn, Hagrose

Wer kennt es nicht, das volkstümliche Kinderlied von Hoffmann von Fallersleben:

Ein Männlein steht im Walde
ganz still und stumm.
Es hat von lauter Purpur
ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
das da steht im Wald allein.
Mit dem purpurroten Mäntelein?

Das Männlein steht im Walde
auf einem Bein.
Und hat auf seinem Haupte
Schwarz Käpplein klein.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein.
Mit dem schwarzen Käppelein?

Es ist die HAGEBUTTE, der verschiedene Heilwirkungen zugeschrieben werden. Das liegt vor allem am beträchtlichen Anteil des Vitamin C, das in großen Mengen in den säuerlichen Früchten steckt. Je nach Sorte enthalten 100 Gramm Hagebutten 400 bis 1.250 Milligramm Vitamin C. Etwa acht Hagebutten decken also bereits den Tagesbedarf einer erwachsenen Person an Vitamin C. Das macht Hagebutten sehr wertvoll für die Gesundheit, denn Vitamin C

·         Stärkt das Immunsystem

·         Beugt Erkältungskrankheiten vor und lindert sie

·         Hilft bei Frühjahrsmüdigkeit

·         Wirkt leicht entwässernd

·         Fördert sanft den Stuhlgang

·         Bildet neue Immunzellen und andere Körperzellen

·         Festigt das Bindegewebe

Außer Vitamin C stecken in Hagebutten aber auch zahlreiche andere Inhaltsstoffe, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Dazu gehören: Fruchtsäuren, ätherische Öle, Pektine, Gerbstoffe, Kieselsäure, die Antioxidantien Lycopin und Flavonoide, Provitamin A, Vitamin B1 und B2 sowie Vitamin E, die Mineralstoffe Zink, Kupfer, Natrium, Phosphor, Eisen, Kalzium und Magnesium. Die Hagebuttenkerne sind zudem voller gesunder mehrfach ungesättigter Fettsäuren und Aminosäuren.

Gesammelt werden die Hagebutten häufig an Waldrändern, Rainen, Gebüschen, Hecken und auf sonnigen Ahängen. Die vollreifen roten Früchte werden schnell im Herd (nicht über 40 Grad) getrocknet und in verschließbaren Gefässen aufbewahrt. Evtl. werden die Früchte zuvor aufgeschnitten und die Kerne entfernt. Roh schmecken die Früchte extrem sauer.

Wirkung:
Hagebuttentee wirkt abführend, fiebersenkend und leicht harntreibend. Dafür lassen sich auch die enthaarten Kerne als Tee zubereiten. Sie helfen bei Harnwegserkrankungen, Harnsteinen und rheumatischen Beschwerden. Das Lycopin wirkt als Radikalenfänger. Zudem soll Hagebutte gegen Zahnfleischbluten und vorbeugend gegen Paradontose wirken. Hier kann der Tee als Mundspülung verwendet werden.

Die roten Früchte sollen dank des Vitamins B1 eine beruhigende, stressreduzierende Wirkung haben und die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol hemmen. Auch bei Appetitlosigkeit wird oft Hagebuttenmarmelade empfohlen.

Hagebuttentee
2 gehäufte Teelöffel Hagebutten werden mit ¼ l kaltem Wasser aufgegossen und zum Sieden erhitzt, anschießend lässt man den Sud 10 min. ziehen.

Hagebuttenmarmelade
Die Früchte werden gewaschen und von den haarigen Kernen befreit. Man passiert sie roh oder püriert im Mixer und vermengt sie mit der gleichen Menge Honig, den man gut einrührt. Das Mus ist eine Heilnahrung, hält sich im Kühlschrank nur wenige Wochen und soll täglich teelöffelweise gegessen werden.

Hagebuttentinktur
2 Eßl. getrocknete Hagebutten in ¼ l Weißwein 10 Tage ansetzen, gläschenweise trinken.

Schönheitsmaske
Früchte ohne Kerne pürieren und auf die Haut auftragen, 1 Stunde einwirken lassen. Glättet Falten und hellt die Haut auf.

Hagebuttenlikör
1 kg Hagebutten werden nach dem ersten Frost geerntet und mit ½ kg feinem Kandiszucker in 3 l Korn oder gutem Obstbrand 10 Tage bei 25 Grad (Küche) angesetzt.

Quelle: www.gesundheit.de, Hirsch+Grünberger Die Kräuter in meinem Garten